"Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: wie weit ist sie von der Innenstadt entfernt und wie lange hat sie offen" (Woody Allen)
Religion und traditionelle Bedingungen in Familie und Freundeskreis erleiden als menschliche Orientierungsmöglichkeit in einer zunehmend säkularisierten und unsicheren Welt einen Bedeutungsverlust.
Stattdessen entsteht ein neuer "Sinn-Markt", "ein kultureller Supermarkt für Weltdeutungsangebote aller Art." (Hitzler/Honer)
"Gott ist tot. Wir alle sind seine Mörder." (F. Nietzsche)
Die Jugendkultur gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Ökonomie:
Image wird als Sinn vermarktet, Individualität wird Pseudo-Individualität und Gruppenzugehörigkeit wird wie selbstverständlich am Markt eingekauft. Das Individuum ist mit Reizüberflutung und Flexibilitätsdruck auf der Suche nach neuer Sicherheit konfrontiert.
"Bedeutet ein individuelles Leben zu leben, existentiell verunsichert zu sein?"
"Ist ein individuelles Leben ein zur Freiheit verurteiltes Leben?" (Hitzler/Honer)
In diesem Pavillon wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, ob wir alle nur noch ein Produkt der Ökonomie sind und wie weit unsere Selbstbestimmung noch reicht.
Haben wir nur noch ein Image gekauft oder doch eine eigene Persönlichkeit entwickelt?
Wie bewusst sind uns diese Vorgänge und können bzw. wollen wir uns überhaupt dem Angebot des Marktes entziehen, um Alternativen zu finden?
Ist die Erlebnisindustrie unsere heutige Religion, die sich jeder zusammenbasteln kann, um auf der Suche nach Sinn an sie zu glauben?
Mehr Zeit-Geist als Gottes-Glaube?
Sind Freunde dabei nur noch Gleichgesinnte, die zufällig dem gleichen und jederzeit austauschbaren Inhalt aus dem Sortiment des Marktes folgen und somit genauso austauschbar werden? (nach Opaschowski)
Oder ist die Frage nach dem Sinn unseres Daseins ohnehin überholt und die Suche danach nur ein Versuch über die Sinnlosigkeit unserer Existenz hinwegzutäuschen.
Experten:
Prof. Dr. Gerd Lüdemann
Georg-August-Universität Göttingen, Theologe
Prof. Dr. Franz Josef Röll
Professor für Neue Medien und Medienpädagogik, Fh-Darmstadt
Prof. Christoph Nix
Intendant, Staatstheater Kassel
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